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mit Unterstützung der Archäologischen Gesellschaft Köln e.V.

 

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Römische Togastatue

Römische Togastatue

1818 bot Gaetano Giorgini, Kunsthändler in Rom, dreißig Marmorbildwerke in Köln zum Kauf an. Ferdinand Franz Wallraf versuchte, zwei der Kunstwerke für die Stadt zu sichern: zwei römische Gewandstatuen mit frei ergänzten Porträtköpfen des Kaisers Marc Aurel und des berühmten Redners Demosthenes. Beide Statuen erwarb der Kölner Kaufmann Joseph Heinrich DuMont (1777-1838).

1864 wurden die Statuen der Stadt unmittelbar angeboten, doch lehnte die „Museumskommission“ den Kauf ab. Die Statuen gelangten nach Brühl, danach verliert sich ihre Spur für einige Zeit. 1994 wurden beide Statuen auf dem Kunstmarkt angeboten und kamen schließlich 1996 wieder nach Köln – „Demosthenes“ mit Unterstützung der Archäologischen Gesellschaft, „Marc Aurel“ als langfristige großzügige Leihgabe aus Privatbesitz. Inzwischen konnten beide Statuen von der Stadt Köln für das Römisch-Germanische Museum erworben werden.

Die lebensgroßen Statuen aus weißem Marmor zeugen vom Selbstbewusstsein der römischen Bürger, gleichzeitig sind sie anschauliche Beispiele nicht nur für Kleidung und Haartracht in der römischen Kaiserzeit, sondern auch für den Ausstattungsluxus römischer Villen und den Lebensstil der wohlhabenden Bevölkerungsschicht.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Sandra Siegers

Schmuckplatten eines Ledergürtels

Schmuckplatten eines Ledergürtels

Die Metallteile der dreiteiligen ‚Kerbschnittgürtelgarnitur‘ waren ursprünglich durch Niete mit einem breiten Ledergürtel mit schmalem Lederriemen verbunden. Der technisch wichtigste Teil ist die rechteckige Platte mit der beweglichen Schnalle. Das Ende des schmalen Gürtelriemens wurde durch den Riemendurchzug gehalten, die fünfeckige Beschlagplatte mit röhrenförmigem Ende bildete den Gürtelabschluss.

Charakteristisch für die Metallbeschläge ist der Dekor, der wie gekerbt wirkt.

Gürtel mit solchen Metallbeschlägen wurden in der Spätantike insbesondere von Soldaten getragen, die an der Rhein-Donau-Grenze des weströmischen Reiches stationiert waren. Möglicherweise war die Militärgürtel Zubehör der Tracht germanischer Söldner in römischen Diensten getragen. Nach Darstellungen auf Grabreliefs und nach Grabfunden waren sie in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. Mode.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln
 

Goldmünze des Postumus

Goldmünze des Postumus

Im Jahr 256 n. Chr. überrannten Franken und Alamannen die Rheingrenze des Römischen Reiches, plünderten und zerstörten Städte und Siedlungen. „In dieser verzweifelten Lage des Staates, als das Römische Reich fast vernichtet war, nahm Postumus, ein Mann von obskurer Herkunft in Gallien den Purpur an und regierte zehn Jahre hindurch mit solcher Tatkraft und Klugheit, dass sich die schon fast erschöpften Provinzen wieder erholten“ fasst der römische Historiker Eutropius später die Ereignisse im Westen des Reiches zusammen.

Postumus putschte im Jahr 260 n. Chr. gegen den legitimen Kaiser Gallienus. Er ließ sich von den Truppen zum Kaiser ausrufen. Hauptstadt seines „Gallischen Sonderreiches“ wurde Köln. Hier ließ er auch eine Münze einrichten, für die ein genialer Münzmeister hervorragende Stempel schnitt.

Postumus sah sich als Retter des Reiches – seine Leistung ähnlich der des Helden Herkules. Die Goldprägung des Jahres 265 n. Chr. zeigt auf der Vorderseite die gestaffelten Büsten von Postumus und Herkules und die Umschrift „Postumus Pius Felix Aug(ustus), auf der Rückseite Sol und Luna, die die „Claritas Aug(usti), Glanz und Ruhm des Herrschers symbolisieren.

In späterer Zeit wurde die Münze durchlocht und als Schmuckanhänger getragen.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

Gewandspange mit Kaiser Caracalla

Gewandspange mit Kaiser Caracalla

In einem Blattkranz ist die Büste eines Kaisers dargestellt. Der grimmig blickende Mann mit stark lockigem Haar, feistem Gesicht und kurz geschnittenem Backenbart ist nach Münzbildern leicht als Caracalla zu identifizieren.

Marcus Aurelius Antoninus war von 211 bis 217 römischer Kaiser. Den Spitznamen Caracalla erhielt er wohl nach der keltischen Bezeichnung eines Mantels, den er in Rom einführte.
Sein Regierungsantritt war überschattet von der Zwietracht mit seinem Bruder Geta: Bereits im Frühjahr 212 ließ Caracalla den ungeliebten Mitherrscher ermorden. Caracalla wähnte sich ein zweiter Alexander – er wollte das Reich der Parther erobern. Gemäß seinen Ideen einer „Weltherrschaft“ verlieh er im Jahr 212 mit der Constitutio Antoniniana allen freien Bewohnern des Römischen Reiches das Bürgerrecht. Nachdem er an der Donau Alemannen und Carpen besiegt hatte, zog er gegen die Parther, wurde jedoch noch vor einer Offensive bei Carrhae (Türkei) von einem seiner Offiziere ermordet.

Mit der Constitutio Antoniniana vereinheitlichte Caracalla die personenrechtlichen Verhältnisse im Imperium. So konnten beispielsweise Paare mit unterschiedlichem Rechtsstatus eine Ehe eingehen. Auch eine große Zahl einfacher Leute fremder Herkunft genoss nun den Schutz des römischen Bürgerrechts. Mit der Verleihung des Bürgerrechts gewann Caracalla erhebliche Steuermittel.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

2000 Jahre Kinderspielzeug

2000 Jahre Kinderspielzeug

Die Sammlung antiker Spielzeuge hat Zuwachs bekommen: Die Archäologische Gesellschaft erwarb ein spätantikes „Nachziehpferd“ aus Holz. Zwei schmale Brettchen sind zu Pferdchen gestaltet, zwischen ihnen befindet sich der „Fahrer“ (oder Reiter). Durch die Pferdebeine wurden Achsen geführt, auf denen vier Räder stecken. Dieses Gespann konnte an einer Schnur durch die Mäuler der Pferde über Stock und Stein gezogen werden. Das „Nachziehpferd“ stammt wohl aus Ägypten und ist ca. 1500 Jahre alt.

Ein Gegenstück aus Ton gehört seit 1930 zu den Beständen des Römisch-Germanischen Museums. Nach der Signatur ist es eine Kreation eines Kölner Töpfers – zum Entzücken kleiner Kinder vor 1800 Jahren.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

Langobardische Vogelwirbelfibel

Langobardische Vogelwirbelfibel

Die Fibel hat die Form einer Scheibe mit Kerbschnittdekor, die von sechs Vogelköpfen umgeben ist. Das Schmuckstück ist aus Silber gegossen und auf der Vorderseite feuervergoldet. Als Scheibenmittelpunkt und als Köpfe der Vögel sind über einer gewaffelten Goldfolie runde, als Schnäbel der Vögel hakenförmig geschliffene Almandinplättchen eingesetzt. Die Nadel, mit der das Schmuckstück am Gewand befestigt wurde, bestand aus Eisen.

S-förmige Fibeln mit Kerbschnitt und leuchtend roten Almandinen gehörten im 6. Jahrhundert zum typischen Gewandschmuck langobardischer Frauen. Mit solchen Spangen schlossen sie ihre Umhänge vor der Brust. In Gräbern in Ungarn und Norditalien findet man ähnliche Fibeln oft paarweise. Wesentlich prunkvoller ist eine goldene Scheibenfibel mit sieben almandinverzierten Vogelköpfen aus Schwerin. Ein noch kostbareres Scheibenfibelpaar mit je sechs zum Wirbel angeordneten Vogelköpfen wurde in Imola/Norditalien im Grab einer Frau namens Innithiuei gefunden, die im Alter von 33 Jahren und 3 Monaten starb.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

Siegelring für ein Paar

Siegelring für ein Paar

2011 erwarb die Archäologische Gesellschaft für das Römisch-Germanische Museum einen Ehering aus Silber: ein schlichter Reif mit verbreiterter Schulter und runder Ringplatte. Auf der Platte sind Porträts der Eheleute eingraviert, umgeben von Ziermustern und Buchstaben, wohl dem Namenskürzel. Ein Siegelring für ein Paar – concordia firma sit – möge  eure Eintracht andauern!

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

Römische Pyxis aus Glas

Römische Pyxis aus Glas

2010 erwarb das Römisch-Germanische Museum mit Förderung der Archäologischen Gesellschaft eine kleine Büchse aus gelbbraunem Glas. Das Gefäß ist durch Einblasen in einem zweischaligen Model hergestellt. Den Körper zieren Bänder, Palmwedel und Rosetten, den Deckel schmückt ein Blattkranz.

Die Büchse gleicht Gläsern aus den Werkstätten des Ennion und des Artas, berühmter Glashüttenbesitzer in Sidon (heute Libanon). Diese Glaskünstler waren so stolz auf ihre Entwürfe, dass sie die Model signierten oder ihre Namen in die noch weichen Gefäße stempelten. Ihre Produkte waren in der gesamten antiken Welt begehrt. Mit Erwerb diese Büchse wird die herausragende Sammlung römischer Glasgefäße im Römisch-Germanischen Museum um ein weiteres exquisites Stück bereichert.

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

Römischer Skyphos

Römischen Skyphos

Im Sommer 2015 erwarb die Archäologischen Gesellschaft Köln e.V. für das Römisch-Germanische Museum einen mit grüngelber Bleiglasur überzogenen Skyphos (Weinkelch) mit zwei Ringhenkeln und einer sog. Fingerplatte.
Die Gefäßwandung ist auf beiden Seiten mit Apliken dekoriert, die auf Themen der Mysterienkulte, nächtliche Feste und Gelage beziehen. Auf der einen Seite sind drei Frauen mit Fackeln, eine bärtige Maske und Attis dargestellt, auf der anderen sind drei Mal Attis, eine Maske und eine Frau mit Fackel zu sehen.

Das Gefäß ist eine kostengünstige antike Imitation eines Silber- oder Bronzegefäßes in Ton. Nachgebildet wurde nicht allein die typische Metallform mit den schmalen Ringhenkeln und dem zierlichen Fuß, sondern auch der Reliefdekor. Durch die grüngelbe Farbe wirkt das Gefäß zudem wie patinierte Bronze. Insbesondere aus Pompei sind silberne und bronzene Skyphoi mit Reliefdekor überliefert. In Köln wurde ein nicht dekorierter Skyphos aus Silber gefunden.
Die Skyphoi gehören zum typischen Trinkgeschirr in der römischen Zeit. Das Gefäß wurde im antiken Mythos insbesondere Dionysos zugeschrieben, der häufig mit einem Skyphos wiedergegeben wird.
Es wird vermutet, dass der Skyphos in einer kleinasiatischen Werkstatt hergestellt wurde. In den Westprovinzen begannen Töpfer schon im frühen 1.Jahrhundert n. Chr. mit der Produktion solcher Keramik. Es ist wahrscheinlich, dass auch in Köln bereits im 1. Jahrhundert glasierte Keramik hergestellt wurde. Nachgewiesen ist eine Produktion dieser Gefäßgattung hier für das 2. Jahrhundert n. Chr..

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

 

Der Gott auf dem Esel

GottAufDemEselDer zahme Esel war das unempfindliche Reit- und billige Arbeitstier der Antike. Um den als träge, zäh und störrisch charakterisierten Esel ranken sich zahlreiche Anekdoten. Der Esel galt als triebhaft, daher wurde er oft mit Dionysos und seinen Satyrn verbunden. Am bekanntesten ist der Mythos von der Rückführung des Schmiedegottes Hephaistos-Volcanus.

Der aus dem Olymp geworfene Schmiedegott hatte aus Rache seiner Mutter Hera einen Thronsessel gesendet, der sie automatisch fesselte. Niemand konnte Hera befreien. Hephaistos-Volcanus weigerte sich, in den Olymp zurückzukehren und die Fesseln zu lösen. Schließlich machte Dionysos den Gott trunken und führte ihn auf einem Esel in den Olymp zurück.

Die 2015 mit Mitteln der Archäologischen Gesellschaft Köln erworbene Zierscheibe in Durchbruchsarbeit zeigt einen Bärtigen mit Kopfbedeckung auf einem Esel reitend. In der Hand hält er einen nicht identifizierbaren Gegenstand – einen Fisch oder einen Zweig. Um Zange oder Hammer, die typischen Attribute des Schmiedegottes, oder um eine Traube des Dionysos handelt es sich nicht. So ist die Benennung des Reitenden ungewiss.

Die Zierscheibe war vermutlich ein Wagenbeschlag. Insbesondere aus Pannonien kennt man ähnliche Bronzescheiben mit Trompetenornament. Die beste Parallele ist jedoch eine gallorömische Durchbruchsarbeit aus Straßburg. Hier ist ein Jäger mit Hund bei der Hirschjagd dargestellt – und die Fachwelt rätselt: ist es ein Mensch oder Diana, die Göttin der Jagd? 

Bild: © Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln

 

Kontakt

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c/o Römisch-Germanisches Museum

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50667 Köln

Martina Schulz:
Tel.: 0221-221-24425

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